Oliver Uschmann
Voll beschäftigt - Ein Hartmut-und-ich-Roman
Teil II der Hartmut-und-ich-Romane klärt die Fragen: Sollen Katzen Playstation spielen? Dürfen Malocher die Fünf Tibeter üben? Kann man Akademiker erfolgreich dequalifizieren? Bochums tiefsinnigste Männer-WG macht Byzantinisten zu Bauarbeitern, Ingenieure zu Instandsetzern und Skandinavistinnen zu Ikea-Sekretärinnen. Ganzheitlich. Mit Jobgarantie. Der unglaubliche Roman einer unglaublichen Wir-AG. Mit Haustier.
Oliver Uschmann lässt seine verschrobenen Bochumer Antihelden zum zweiten Mal von einer absurden Situation in die nächste stolpern. Langzeitstudent Hartmut kommt auf die Idee, arbeitslose Uni-Absolventen durch gezielte individuelle Dequalifikation für den Arbeitsmarkt fit zu machen. Vom Künstler zum Anstreicher, Altphilologen auf den Bau und so weiter. Bald wird Hartmut überrannt von Arbeitswilligen, denen der Intellekt abgewöhnt werden muss. Die Bude ist ständig voll mit skurrilen Typen, so dass man nicht mal mehr seine fettigen Pommes Spezial in Ruhe in der Badewanne essen kann. Dafür dröhnen die Onkelz aus der Küche, in der ein Germanist mit dem Frühstücksbier vertraut werden muss, um bei seinem neuen Job als Packer glaubhaft rüber zu kommen.
Und nebenbei gilt es noch, das Haus der WG durch selbst gefertigte Kulissen vor den Mitarbeitern des Bauamtes zu beschützen, Hartmut gewinnt den Ingeborg-Bachmann-Preis, der ihm aber wieder aberkannt wird, als er weinend auf einem PUR-Konzert gesichtet wird. Er erfindet bei einem Punk-Konzert versehentlich das Shit-in als Spende ans Staatssäckel, hat extreme Probleme mit einem Brecheisen und zieht eine Briefkastenscheinfirma auf, um die Kugelschreiberzusammenbau-Mafia zu entlarven, nachdem er in Flashmob-Manier schon den Klemmbrett-Spendensammlern in Fußgängerzonen den Kampf angesagt hat. Erzähler "ich" steht ihm kopfschüttelnd zur Seite und verliebt sich in Klientin Caterina.
Brutal, genial, anarchisch, Satire pur - aber so wahr, dass man nicht weiß, ob man beim Lachen weinen soll.